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Keine Sorge: Das sollte so aussehen!

Wer in den vergangenen Tagen in Kamen-Heeren unterwegs war, hat sich vielleicht kurz gefragt:
„Fliegt der da absichtlich so?“

Die Antwort lautet: Ja. Zum Glück.

Bei uns auf dem Segelfluggelände fanden die 2. Kamener Kunstflugtage statt. Fünf Tage lang waren 14 Segelkunstflugpilotinnen und -piloten aus ganz Deutschland bei den Luftsportfreunden 2000 Kamen/Dortmund e.V. zu Gast. Am Himmel waren deshalb öfter als sonst Loopings, Rollen, Turns und andere Flugfiguren zu sehen.

Und auch wenn es vom Boden manchmal so aussieht, als hätte jemand im Cockpit kurz die Bedienungsanleitung verloren: Segelkunstflug ist ein geplanter, trainierter und sehr kontrollierter Luftsport.

Was war da am Himmel los?

Die Kunstflugtage waren keine Flugshow und kein Wettbewerb, sondern ein Trainingslager. Die Pilotinnen und Piloten übten Kunstflugfiguren, bereiteten sich auf Wettbewerbe vor, trainierten auf verschiedenen Flugzeugmustern oder arbeiteten an ihrer Kunstflugberechtigung.

Geflogen wurde unter anderem mit unserer ASK 21, dem MDM-1 „Leki-Fox“ des Fördervereins für Segelkunstflug im BWLV, einer Pilatus B4 sowie den kunstflugtauglichen Motorseglern Fournier RF4 und RF5.

Ein besonderes Schmuckstück war unsere vereinseigene Lo100. Das historische Holz-Segelkunstflugzeug sieht nicht nur wunderschön aus, sondern löst bei Kunstfliegern bis heute leuchtende Augen aus. Oder, etwas weniger poetisch gesagt: Wer nach einem Lo100-Flug aussteigt, grinst meistens erst einmal eine Weile.

Besuch aus der Geschichte unserer Lo100

Ein echtes Highlight war der Besuch von Dieter Wasserkordt, vielen besser bekannt als „Wako“, und Hubert Jänsch. Wako ist der Vorbesitzer unserer Lo100, beide waren früher gemeinsam als Segelkunstflugteam „Zwergreiher“ unterwegs. Für uns wurde der Besuch besonders emotional, weil die beiden uns ein signiertes Erinnerungsbuch aus ihrer Kunstflugzeit überreichten.

Darin fanden sich viele alte Bilder, Geschichten und Eindrücke aus der Vergangenheit unserer Lo100. Für uns als Verein war das eine große Ehre – und ein schöner Moment, in dem Geschichte, Gegenwart und Flugbegeisterung ziemlich nah beieinander lagen.

Training statt Chaos

Auch fliegerisch wurde einiges erreicht. Ein Teilnehmer konnte im Rahmen der Kunstflugtage erfolgreich seine Kunstflugberechtigung mit Basisrechten abschließen. Andere nutzten die Woche für Typeneinweisungen auf der Lo100, Auffrischung, Feinschliff oder gezieltes Training für kommende Wettbewerbe.

Kunstflug sieht von unten manchmal spektakulär oder ungewohnt aus. Tatsächlich steckt dahinter aber kein Zufall, sondern viel Vorbereitung, Training und klare Abläufe. Die Figuren werden in dafür vorgesehenen Lufträumen geflogen, mit ausreichender Höhe, passenden Wetterbedingungen und ständiger Aufmerksamkeit für Sicherheit. Was vom Boden wild aussehen kann, ist im Cockpit ein geplanter und kontrollierter Ablauf.

Sicherheit gehört dazu

Das Wetter machte es uns nicht immer leicht. Montag war nicht fliegbar, Dienstag konnten die ersten Starts stattfinden, und Mittwoch sorgten Regen und tiefe Wolken für ein Bodenprogramm.

Die Zeit wurde unter anderem genutzt, um das Thema Sicherheit noch einmal bewusst zu vertiefen. Rettungsfallschirm und Notausstieg sind für Kunstflugpiloten zwar vertraute Themen, trotzdem lohnt es sich, Ausrüstung, Abläufe und Entscheidungen in einer echten Notsituation regelmäßig genau anzuschauen.

Und weil irgendwann doch wieder G-Kräfte fehlten, wurde das AquaMagis in Plettenberg kurzerhand zum alternativen Trainingszentrum erklärt. Dort wartete sogar eine Loopingrutsche. Das Urteil der Teilnehmenden fiel anschließend eindeutig aus: Loopings machen im Flugzeug dann doch mehr Spaß.

Zwei starke Flugtage zum Abschluss

Am Donnerstag und Freitag zeigte sich das Wetter dann von seiner besten Seite: viel Sonne, keine Wolken und ordentlich Wärme. Dank unserer Schleppcrew konnten die guten Wetterfenster optimal genutzt werden. Neben unserer SF 25 C unterstützte uns eine starke Schleppmaschine aus Werdohl, die die Segelflugzeuge zügig auf Höhe brachte.

Am Ende bleiben viele schöne Flüge, neue Erfahrungen, gute Gespräche und eine tolle Gemeinschaft. Ein großes Dankeschön geht an alle Teilnehmenden, Helferinnen und Helfer, Schlepppiloten, unsere Küche und alle, die diese Kunstflugtage möglich gemacht haben.

Und an alle, die in Kamen-Heeren nach oben geschaut und sich kurz Sorgen gemacht haben:
Alles gut. Das war Kunstflug. Das sollte so aussehen.